Mumbai – die 12 besten Ausflugstipps

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Der Taxifahrer fragte mich ständig, wo genau denn meine Unterkunft sei. Da ich erst kurz zuvor in Mumbai gelandet bin, wusste ich es natürlich auch nicht genau und ich war viel zu abgelenkt von dem Ausblick, der mir außerhalb des Autos dargeboten wurde: Ich sah die große Brücke, die sich am Horizont auftürmt, dahinter das Arabische Meer und die riesige Skyline der Stadt. Endlich war ich angekommen in der Stadt, von der ich schon so viel gehört hatte und deren Geschichten schon immer eine Faszination in mir hervorriefen. Wir fuhren weiter durch enge Gassen und ich sah auf meinem Handy, dass wir schon ganz nah sein mussten aber ich fragte trotzdem noch nach dem Austeigen eine Frau nach dem Weg. Sie antwortete mir im perfekten Englisch, begleitet mich zum Hostel und erzählte mir nebenbei noch die Geschichte des Stadtteils, der mal ein Fischerdorf gewesen sei. Schon jetzt war ich von Mumbai begeistert. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie sehr mich diese Stadt in den nächsten Tagen noch in ihren Bann ziehen würde.

Mumbai -die Stadt der Träume
Mumbai – die Stadt der Träume

Zuvor war ich in Rajasthan und Mumbai kam mir im Gegensatz zum Norden viel offener vor. Es lag aber auch daran, dass sich meine Unterkunft im kosmopolitischen Stadtteil Bandra befand. Dort gibt es unzählige Kaffees und Restaurants, die Strandpromenade ist auch nicht weit entfernt und sogar der Ein oder Andere Bollywood Star hat in Bandra ein Haus.

Lifestyle in bombay
Vor dem Bahnhof in Bandra

Die teuerste Stadt Indiens ist extrem vielfältig und so kommen auch viele unterschiedliche Menschen hierher. Mumbai wird auch „City of Dreams“ genannt, da sie das Film-Mekka „Bollywood“ ist und jeder der eine Karriere beim Film oder Fernsehen machen will kommt in diese Stadt. Von vielen Einheimischen wird sie noch immer bei ihrem alten Namen Bombay genannt. Eine Stadt von Künstlern oder wer es werden will. Natürlich gibt es leider auch hier Slums und, wie überall in Indien, sehr viel Armut. Die Extreme dieses Landes sieht man in dieser Stadt sehr deutlich: Bettler, Straßenverkäufer, daneben Luxushotels und Einkaufsstraßen.

1. Bandra

Mumbai hat so viel zu bieten. Wie schon erwähnt habe ich aber zunächst im Stadtteil Bandra gewohnt. Hier kann man köstliches Streetfood essen oder auf der Hill Road shoppen gehen. Außerdem gibt es jede Menge Restaurants. Besonderes hat mir die Promenade „Band Stand“ gefallen, die vor allem auch bei jungen Pärchen sehr beliebt ist. Wer denkt, ein Kuss in der Öffentlichkeit ist im ganzen Land unangebracht, wird hier eines Besseren belehrt. Am Ende der Promenade hat man wieder einen atemberaubenden Blick auf die Brücke und auf die Skyline der Stadt. Außerdem soll hier auch Bollywood Star Shah Rukh Khan sein Haus haben.

Band Stand in Brandra (Mumbai)
Die Promenade in Bandra: Band Stand

2. Colaba

Der bekannteste Stadtteil von Mumbai liegt ganz im Süden. Colaba ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Touristen und auch hier kann man ohne Ende shoppen gehen. Am Abend füllen sich die Straßen und überall wollen die Straßenverkäufer ein Geschäft machen. Daneben, gibt es auch die bei uns bekannten Bekleidungsgeschäfte und natürlich viele Restaurants und Sehenswürdigkeiten von denen ich nachfolgend noch erzähle.

Zwei Sehenswürdigkeiten in Mumbai
Zwei Sehenswürdigkeiten in Colaba: das Hotel TaJ Mahal Palace und das Gateway of India

3. Leopold Cafe

Eines der wohl bekanntesten Restaurants in Colaba ist das Leopold Cafe. Aus diesem Grund ist das Restaurant natürlich immer voll. Das Essen ist wirklich gut und es gibt vor allem eine große Auswahl. Ob indisch oder europäisch ist alles dabei. Allerdings sind auch die Preise eher europäisch. Traurige Berühmtheit erlangte das Restaurant aufgrund des Terrorangriffs von 2008, deren Hauptziel eigentlich das nahegelegene Luxushotel war. Es wirkt ein wenig befremdlich, dass das Restaurant nun auch deswegen so bekannt ist, da dort immer noch die Einschusslöcher in der Wand zu sehen sind.

4. Gateway of India

In Colaba liegen viele Sehenswürdigkeiten nah beieinander. So ist das Wahrzeichen Mumbais, das „Gateway of India“ nur ca. 5 Gehminuten vom Leopold Cafe entfernt und liegt gleich neben dem Luxushotel „TaJ Mahal Palace“. Der 26 Meter hohe Triumphbogen, der sich direkt vor dem Meer aufbäumt, ist ein absolutes Muss, wenn man diese Stadt besucht.

Gateway of India in Mumbai
Gateway of India in Colaba

5. Elephanta Caves

Hinter dem Gateway of India gelangt man zur Fähre, mit der man zur „Elephanta“ fahren kann. Die Überfahrt zu der Insel dauert ungefähr eine Stunde. Dort angekommen, hat man die Möglichkeit die „Elephanta caves“ zu besichtigen. Diese dienten als Tempel und die aufwendig in die Felswände „geschnitzten“ Skulpturen gehören zum Weltkulturerbe. Vor allem sind die Tempel für die Shiva Skulpturen bekannt. Auf der Insel gibt es auch Restaurants und natürlich viele Souvenirs die man kaufen kann. Die Aussicht ist einfach wunderbar aber man sollte sich vor den Affen in Acht nehmen die gerne mal einen Snack oder Wasserflaschen von den Touristen klauen.

Shiva Skulptur in den Elephanta Caves
Shiva Skulptur in den Elephanta Caves

6. Marine Drive

Im Süden von Mumbai liegt außerdem eine 36 kilometer lange Promenade, die auch „Queens Necklace“ genannt wird. Wie ich feststellen konnte, ist auch diese Promenade bei Pärchen sehr beliebt. Die Promenade bietet vor allem wieder einen tollen Ausblick auf das arabische Meer und auf die Skyline. Es gibt auch einen Sandstrand, den Chowpatty Beach, und natürlich Restaurants.

Marine Drive in Mumbai
Marine Drive in Südmumbai

7. Juhu Beach

Ein weiterer bekannter Strand in Mumbai befindet sich im Norden der Stadt: Der Juhu Beach. Es ist ein langer Sandstrand, der allerdings nicht wirklich zum Baden einlädt, da traurigerweise zu viel Müll herumliegt. Ich habe zwar schon von Säuberungsaktionen gehört, die hier stattfanden, aber jeder sagte mir, dass es hier einfach zu schmutzig zum Baden sei. Auch, wenn es früher wohl schlimmer war. Trotzdem kann man auch hier neben den Kokosnusspalmen die Aussicht auf den Ozean genießen und es gibt viele Stände die leckeres Streetfoot servieren. Alleine deswegen hat sich der Weg dorthin für mich schon gelohnt.

Strandurlaub in Mumbai: der Juhu Beach
Sandtrand in Mumbai: der Juhu Beaach

8. Crawford Markt

Wenn ich in einer fremden Stadt bin, gehe ich immer gerne zu einem lokalen Markt, da dort immer eine besondere Atmosphäre herrscht. Der Crawford Markt ist auch ein Teil Mumbais der weniger touristisch und damit für mich interessanter ist. Hier wird vor allem wieder die Vielfalt dieser Stadt deutlich. Der Markt ist so groß, dass ich mich in den verwinkelten Straßen fast verlaufen hätte.

Crawford Markt
Crawford Markt

9. Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminus

Nur ca. 5 Gehminuten vom Markt entfernt, liegt einer der größten Bahnhöfe der Welt. Der Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminus. Dieser Bahnhof besticht vor allem durch seine einzigartige Architektur und gehört auch zum Weltkulturerbe.

10. Haji Ali Moschee

Das besondere an dieser Mosche ist, dass sie auf dem Wasser zu liegen scheint. Um dorthin zu gelangen muss man über einen 200 Meter langen Damm gehen. Auch das Bauwerk selber ist bewundernswert. Als ich dort war, hat es allerdings sehr stark geregnet sodass der Rückweg über den langen Damm schon eine echte Herausforderung war.

11. Waschcenter

Da Indien ein Land der Extreme ist, ist auch das „Waschcenter“ extrem. Hier wird Wäsche aus der ganzen Stadt hingebracht und von Hand gewaschen! Der Ort steht im Guiness Buch der Rekorde als das größte von Hand betriebene Waschcenter der Welt.

Das größte Handwaschcenter der Welt
Das größte Handwaschcenter der Welt

12. Der Slum Dharavi

Als ich zum ersten Mal davon erfuhr, dass es eine Tour durch einen Slum gibt war ich zunächst einmal schockiert. „Das ist doch kein Zoo“, dachte ich mir. Es scheint in Mumbai aber mittlerweile etwas ganz normales zu sein einen Slum zu „besichtigen“ und ich war im Nachhinein froh, dass ich diese Tour gemacht habe. Der Guide sagte uns zuvor, dass wir keine Fotos machen dürfen. Nur an einem ausgewählten Ort war es erlaubt. Es handelte sich um den größten Slum Asiens und einer der teuersten der Welt.

Dharavi
Dharavi – der größte und teuerste Slum Asiens

Dem Guide schien es sehr wichtig zu betonen, dass die Menschen hier nicht arm sind. „Wer arm ist hat kein Haus“, sagte er. Die Bewohner des Slums haben Häuser und mittlerweile sind viele Häuser ihr legales Eigentum und auch der Ausbau der Kanalisation hätte sich verbessert. Er erzählte uns auch, dass selbst Ärzte und Anwälte hier wohnen würden, da es erstens billiger ist und zweitens hätten sie hier ihre Gemeinschaft. In dem Slum gibt es von einer Schule bis hin zu Ärzten und Shops alles was man braucht. Es ist eigentlich eine Stadt in der Stadt. Vermutlich sind deswegen solche Touren auch wichtig. Nämlich, damit man einen anderen Blick auf die Dinge bekommt. Und darum geht es ja beim Reisen: Sich von Vorurteilen zu befreien und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.